Linux Home Server: Eine Anleitung zum Linux Home Server



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Seit langem überlege ich schon, dass es mal an der Zeit für mich wäre mit einem Linux Home Server zu spielen. Da ich seit fast zwei Jahren die Linux Distribution Ubuntu für meinen täglichen Bedarf nutze, bin ich mit der Struktur auch schon vertraut.

Wer hier gelegentlich liest, hat vielleicht schon gesehen, was ich neulich über meinen Twitterbot geschrieben habe. Da das Skript aller 10 Minuten ausgeführt wird, habe ich nicht viele Möglichkeiten:

  • Ich könnte mein Notebook für diesen Zweck missbrauchen. Wenn ich das Notebook aber mal für unterwegs benötige, wäre der Prozess unterbrochen. Dazu kommt, dass es nicht auf einen 24/7 Betrieb ausgelegt ist und auch noch etwas mehr Strom frisst, als es ein kleiner Linux Homeserver tun würde.
  • Die nächste Idee war dann, sich einen Linux Rootserver zu mieten. Da habe ich keinen Stress mit der Konfiguration und Wartung. Lerne dabei natürlich auch nicht so viel darüber, wie man einen Linux Home Server richtig aufsetzt. Die Kiste hat dann auch was drauf, keine Frage, es ist für meine Bedürfnisse aber doch deutlich zu viel, was die Kosten eines solchen gemieteten Linux Servers angeht. Denn da ist man schnell mit mindestens 15€ pro Monat dabei. Das war zumindest der billigste Linux Root Server, den ich finden konnte – wer bessere Angebote findet schreibt dies bitte in die Kommentare :-)
  • Also kommt man schnell auf die Idee, einen eigenen Homeserver – natürlich vorzugsweise mit Linux als Betriebssystem – aufzusetzen. Wichtig war mir dabei, dass sowohl die Anschaffungskosten nicht all zu hoch sind und sich auch der Energieverbrauch auf ein Minimum beschränkt.

Vorab eine Buchempfehlung

Wenn du dich für das Thema interessierst und einen tieferen Einblick brauchst, möchte ich dir das Buch Linux-Server einrichten und administrieren mit Debian 6 GNU/Linux empfehlen. Es nutzt zwar Debian statt Ubuntu als System, die Grundlagen lernt ihr damit aber genauso gut!

Linux-Server einrichten und administrieren mit Debian 6 GNU/Linux ist ein umfassender Einstieg und ein großartige Nachschlageplattform für alle Fragen rund um das serveraffine Debian-System. Grundlagen und Praxis, Einstieg und fortgeschrittenes Arbeiten, übersichtlich und fundiert in einem Buch. –Wolfgang Treß/textico.de

Welche Funktionen könnte mein Linux Home Server haben

  • Datensicherung: Es können Daten von verschiedenen PCs aus dem Heimnetzwerk an einem zentralen Punkt gesichert werden. Mit etwas Feintuning könnte man diese Funktion so erweitern, dass der Linux Home Server sogar versionierte Backups besitzt (z.B. wiederherstellbare wöchentliche Backups)
  • Datensicherheit: Durch Verfielfältigung der wichtigen Dateien auf unterschiedlichen Festplatten (z.B. über RAID) kann man die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlustes vermindern. So macht man den Linux Home Server dann wirklich zum ordentlichen Backup Server
  • Datenaustausch: Ein typisches Anwendungsbeispiel für einen Homeserver ist der Fileserver. Durch die zentrale Speicherung wird Platz gespart, während jeder bequem über Netzwerkfreigaben auf den Linux Home Server zugreifen kann. Das Stichwort lautet hier Samba-Server
  • Überwachung der PCs im Heimnetz: Man könnte den Homeserver dazu nutzen, das Heimnetzwerk regelmäßig zu prüfen und bei Unstimmigkeiten zu warnen. Es gibt diverse Software, die dies sogar im Forecast kann. Außerdem könnte man von diesem Punkt aus prüfen, ob alle PCs die aktuellsten Updates besitzen
  • Druckerfreigabe: Alle Druckaufträge könnten zentral verwaltet werden. Wenn wir den Linux Homeserver so eintichtien, sprechen wir dann von einem Printserver
  • Headless Device: Kein Server sollte über direkte EVA verfügen. Gewartet wird der Server über das Netzwerk mit SSH
  • Remote Access Gateway: Dies würde den Zugriff von außen auf alle PCs des Netzwerkes ermöglichen. So könnte man auch von unterwegs auf die gespeicherten Daten zugreifen
  • Webserver: Der Linux Homeserver könnte durchaus auch als Webserver dienen, den wir dann mit DynDNS auch über eine statische Adresse ansprechen können. Wenn dies nur als alternative zum Remote Access Gateway dient, ist das alles kein Problem. Genauer aufpassen müsste man, wenn auf dem Server eine Website publiziert wird. Denn wenn zu viele Besucher kommen, könnte ein nicht so leistungsfähiger Homeserver schnell in die Knie gehen – und damit alle anderen Funktion beeinträchtigen (!)
  • Media Streaming Server: Sehr beliebt ist der Linux Homeserver heutzutage auch als sogenannter Streaming Server. Damit werden Mediadateien direkt vom PC auf Endgeräte wie TV gestreamt und dort dargestellt
  • Crons: Ich benötige meinen Linux Home Server besonders wegen der Möglichkeit, diverse einfache Skripte stetig auszuführen

Die richtige Linux Home Server Distribution – es ist 2011



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Im Gegensatz zu alternativen Betriebssystemen wie Windows oder Mac gibt es unter Linux mehr als nur eine chronologische Versionierung des gleichen Betriebssystems. Linux ist Open Source und kann unter einer freien Lizenz von jedem Interessierten weiterentwickelt werden. Das passiert auch ständig und so gibt es inzwischen unzählige verschiedene Distributionen von Linux, die wir für unseren Homeserver benutzen könnten. Einige bekannte möchte ich kurz vorstellen, wobei diese Liste nicht vollständig ist:

  • Ubuntu Homeserver, die wohl beliebteste Linux Distribution

    Das Wort Ubuntu stammt aus einer afrikanischen Sprache und bedeutet “Menschlichkeit gegenüber Anderen”. Es ist “der Glaube an etwas Universelles, das die gesamte Menschheit verbindet”. Dieses Konzept ist die Grundlage für die Zusammenarbeit in der Ubuntu-Gemeinschaft. Wir wollen bzw. müssen effizient zusammenarbeiten. Diese Verhaltensregeln sind die Basis für die Kommunikation unter uns. Quelle (20.08.2011)

    Aufgrund der riesigen internationalen Community erhält man hier stets schnellen und guten Support. Gleichzeitig wird auch an vielen Stellen weiterentwickelt und so hat man mit Ubuntu stets ein modernes und sicheres Betriebssystem für PCs und Server. Es gibt auch schon viele andere, die einen Ubuntu Home Server nutzen. Besonders die einfache Paketverwaltung (Installation von Programmen) spricht für sich. Eine Installation für den Ubuntu Home Server kann man auf ubuntu.com herunterladen.

  • Linux Mint basiert auf Ubuntu (1. Derivat) bzw. der aktuellen Debian Testversion (2. Derivat).

    Das Ziel von Linux Mint ist es, ein modernes, elegantes und gleichzeitig komfortables Betriebssystem zu schaffen, welches mächtig und leicht zu nutzen ist. Obwohl erst 2006 mit der Entwicklung von Linux Mint begonnen wurde, ist es inzwischen das weltweit viert beliebteste Betriebssystem nach Microsoft Windows, Apples Mac OS und seinem Vorbild Ubuntu. Quelle (20.08.2011)

    Wie Ubuntu funktioniert auch Linux Mint out of the Box. Hervorzuheben ist der erweiterte Support für Multimedia. Meiner Meinung nach eignet es sich jedoch eher für Clients als für unseren Linux Home Server. Wer es ausprobieren möchte findet hier die aktuelle Version zum Download.

  • Fedora Linux von Red Hat.

    Fedora ist ein schnelles, stabiles und leistungsstarkes Betriebssystem für den täglichen Einsatz – entwickelt von einer weltweiten Community von Freunden. Ein offenes Betriebssystem zur freien Benutzung, zum Lernen und Weitergeben. Quelle (20.08.2011)

    Da ich noch nie mit Fedora gearbeitet habe, kann ich hierzu auch keine Meinung abgeben. Man muss ja auch nicht alles wissen. Wer sich Fedora zum Testen dennoch herunterladen möchte, findet es hier.

  • Debian Server, das Spielzeug für Erwachsene

    Debian ist ein freies Betriebssystem (OS) für Ihren Rechner. Ein Betriebssystem ist eine Menge von grundlegenden Programmen, die Ihr Rechner zum Arbeiten benötigt. Debian verwendet den Linux-Betriebssystemkern, aber die meisten grundlegenden Systemwerkzeuge stammen vom GNU-Projekt; daher der Name GNU/Linux. Quelle (20.08.2011)

    Der etwas umständliche Text und die spartanische Homepage lassen es bereits vermuten, der Debian Server ist etwas für Leute, die bereits Ahnung von der Materie haben. Mit einer guten Konfiguration läuft dieser Linux Homeserver jedoch am stabilsten. Die aktuelle Version kann man hier erhalten.

  • Ebenfalls sehr beliebt ist SUSE.

    openSUSE ist eine Linux-Distribution des Unternehmens SUSE Linux GmbH. Sie gehört zu den fünf beliebtesten Linux-Distributionen, wobei ein Großteil der Anwender aus Deutschland stammt. Der Fokus der Entwickler liegt darauf, ein stabiles und benutzerfreundliches Betriebssystem mit großer Zielgruppe für Desktop und Server zu erschaffen. Quelle (20.08.2011)

    Besonders in Deutschland ist SUSE weit verbreitet und bietet seit langem eine anständige Alternative zu anderen Linux Homserver Distributionen an. Die aktuelle Versionen für den Homeserverdistribution findest du hier.

  • Amahi, noch immer ein Geheimtip

    Amahi ist eine gut dokumentierte und sehr einfache Alternative zu herkömmlichen Linux Servern. Man benötigt keine Linuxkenntnisse, solang keine Probleme auftreten. Viele Anwendungen lassen sich direkt und einfach durch vorhandene Apps realisieren.

Nachdem wir nun einen Überblick über die beliebtesten Linux Distributionen haben, müssen wir nun eine Entscheidung für unseren Linux Homeserver treffen: Meine fällt auf Ubuntu, da ich mit der Community bisher die besten Erfahrungen gemacht habe und das System einfach rund läuft.

Der Linux Homeserver wird genutzt als…

Ein Fileserver ist mit dem Netzwerk verbunden und dient erst einmal einem Zweck: Das Speichern von vielen Daten an einem zentralen Ort, von jedem Teilnehmer im Netz zu erreichen. Der Homeserver könnte zum Beispiel als Schleuse genutzt werden, damit alle Teilnehmer des Netzwerkes Daten bereitstellen und abrufen können. Mit dem Einsatz einer DMZ wäre es auch denkbar, den Linux Homeserver von außen erreichbar zu machen, damit auch Freunde oder Kollegen Zugriff haben. Achtung: Sobald der Fileserver aus dem Internet zu erreichen ist, entsteht ein höheres Angriffsrisiko.

Der Printserver stellt die Verbindung zum Drucker dar, wenn dieser nicht Netzwerkfähig ist. Dabei wird der Printserver als Netzwerk angeschlossen und kann von allen Clients erreicht werden. Über ihn werden Druckaufträge gestartet. Eine Option, die mein Linux Homeserver auf jeden Fall übernehmen muss.

Webserver werden verwendet, um HTML Dokumente zur Verfügung zu stellen. Mit der Installation von z.B. Apache2 als Webserver können auch dynamische Websiten mit PHP erstellt werden. Man könnte so ein eigenes Forum oder Blog aufsetzen. Achtung: Auch ein Webserver besitzt ein hohes Risikopotential und muss mit den aktuellen Patches versorgt werden!

Als Proxyserver schützt man das LAN , da dieser das gesamte LAN im Internet widerspiegelt und einzelne Zugriffe nur durch Forwarding verteilt. Es gibt also keine direkte Verbindung zwischen dem PC und dem Internet. Meist wird diese Funktion bereits vom Router übernommen, es ist also fraglich, ob der Linux Homeserver im Privatbereich überhaupt als Proxyserver benötigt wird.

DNS-Server besitzen eine eigene Datenbank zur Auflösung des Hostnamens (z.B. “netzaffin.de”) in die IP Adresse, die von den IT-Systemen gelesen werden können. Denn das Netzwerk versteht keine Worte, wohl aber 32 Bit (IPv4) oder 128 Bit (IPv6) lange Kombinationen aus Nullen und Einsen. Ein eigener DNS-Server spart die Anfrage an einen externen DNS-Server, womit die Ladezeit beim Aufruf einer Website verringert wird. Viele Router besitzen die Option, auch als DNS-Server zu fungieren.

Einen DHCP-Server benötigt man, wenn man im Netz dynamisch und automatisch IP-Adressen vergeben will. Dies erleichtert besonders in größeren Netzen den administrativen Aufwand. Auch diese Funktion wird zumeist vom Router übernommen, stellt für meinen Ubuntu Home Server also kein Thema dar.

Ich habe jetzt drei mal über Routerfunktionen gesprochen. Natürlich können wir unseren Linux Home Server als Router aufsetzen und alle Funktionen übernehmen, die sonst das kleine Kästchen diverser Anbieter übernimmt. Aber das ist noch mal ein ganz anderes Thema… ;-)

Wie geht es nun mit unserem Linux (Ubuntu) Home Server weiter

Wir haben uns jetzt einen Überblick über die Linux Landschaft verschafft und Ziele für unseren Linux Home Server gesteckt. Für den Anfang soll dies genügen. Demnächst werde ich diesen Artikel fortsetzen und die passende Hardware besprechen. Danach kommen wir endlich zur Praxis und werden selbst Hand  anlegen. Es geht dann um die Installation des Betriebssystems und die Konfiguration des Linux Homeservers für unsere Zwecke. Anmerkungen in den Kommentaren sind erwünscht. Je mehr ihr twittert, facebookt und plusst, desto schneller wird dieser Artikel fortgesetzt.

5 Kommentare

  1. Hallo Patrick,

    sehr schöne Idee, das mit Deinem Homeserverprojekt.. So ein Linux-Homeserver braucht keine exorbitante Hardware. Bei mir läuft ein PIII-1GHz unter ubuntu lucid. Für die üblichen Standardanwendungen wie Mail, Web, Fileserver reicht das völlig aus. Vernünftige Internetverbindung vorausgesetzt.
    Über einen SSH-Zugang kannst Du das Teil administrieren und brauchst nie eine Tastatur oder Bildschirm… einfach in die Ecke stellen.
    Klare Empfehlung für den Einstieg zum “Basteln”.

    Gruß, Tobias

  2. Hallo Patrick,
    da mein WHS der ersten Generation mittlerweile mit laufenden Plattenproblemen zu kämpfen hat und die Hardware (P4/3GHz,4GB RAM) auf Windows-Seite nicht mehr für Upgrades tauglich ist und MS ja angeblich die WHS Linie überhaupt einstellen will, würde ich gerne in Richtung Linux migrieren. Meine Erfahrung mit einem Linux NAS haben mich hier bestärkt. Toll wäre weiteres zu obigem Thema von dir zu lesen!
    Danke & Gruß, Alex.

  3. Hallo Patrick,
    überlege auch schon seit einiger Zeit mir einen Homeserver zuzulegen. Bin damals aber an der Hardwareauswahl gescheitert, da ja Performance & Stromverbrauch Preiswert und gut sein sollten. Hast du schon eine Konfiguration für deine Server die du veröffentlichen könntest?
    Würde mich freuen
    Daniel

    • Hallo Daniel,

      wegen der Hardware hatte ich mir auch Gedanken gemacht, vor allem wegen den Stromkosten bei einem 24/7 Home Server.

      Das kommt natürlich sehr stark auf deine Bedürfnisse an, bei mir läuft da ein kleiner Webserver für Testzwecke (kein öffentlicher Zugriff möglich) und ein kleiner Bot für Twitter ;-)
      Das bedeutete für mich: Es reicht eine schwache CPU, wenig RAM und eine kleine Festplatte. Dazu ein Netzteil, dass auch nicht mehr leisten muss.
      Habe alles möglich Überlegt, am Ende einen älteren, gebrauchten PC gekauft ( bei gebrauchtpc.de ), vielleicht findest du auch eine alte Möhre bei ebay.

      Ich kann dir leider kein allgemeingültiges Rezept geben, das kommt – wie schon gesagt – auf deine Bedürfnisse an ;-)

      Patrick

  4. Hallo Patrick,
    Home-Server-Hardware muss folgende Anforderungen erfüllen:
    - wenig bis mittlere Leistung
    - keine Geräusche von sich geben
    - kleiner Stromverbrauch
    - sichere Datenaufbewahrung
    Hierfür eignen sich Mini ITX / HTPCs im Eigenbau(Lüfterlos) mit einer SSD.
    Es gibt Mainboards, die keine 20×20 cm groß sind, einen Intel Atom, sowie eine Grafikkarte onboard haben.
    Gehäuse finden sich im Internet genug. Ich habe meines bei http://www.cartft.com
    erstanden.
    DVD / CD kann man auch per USB extern anschließen.

    Ich hoffe, dass mein kleiner Beitrag Dir bei der Auswahl helfen wird.

    Asterix

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